AmelieAmelie Erfahrungsbericht

Die Idee zu dieser Seite

Die Idee zu dieser Seite entsteht Anfang 2015, nachdem die Vermutung aufkommt, dass unsere ältere Tochter Amelie an einer Lebensmittelintoleranz leidet.

Krankheitsbild Lebensmittelunverträglichkeit?

Zum Jahreswechsel 2014 / 2015 bemerken wir eine Wesensveränderung bei unserer Amelie. Zu diesem Zeitpunkt ist sie drei Jahre alt. Sie wird zunehmend weinerlich, ängstlich, schläft schlecht und unruhig, bekommt Stimmungsschwankungen. Im Januar 2015 kommen Bauchschmerzen hinzu.

Nachdem zu dieser Zeit viele Magen- & Darmgrippen kursieren, gehen wir von einer Viruserkrankung o.ä. aus. Wir suchen eine Kinderärztin auf, die tatsächlich viel Wasser im Darm bestätigt und unsere Vermutung stützt. Sie sagt einen baldigen Durchfall voraus, der am nächsten Tag folgt. "...Alles normal für die Jahreszeit... ." , so die Ärztin.

Der Durchfall vergeht nach ein paar Tagen, kommt aber wieder - mal stärker, mal weniger stark. Die Bauchschmerzen und anderen Symptome bleiben.

Gluten? Nein!

Im März 2015 veranlassen wir bei einem zweiten Kinderarzt eine Blutuntersuchung und Stuhlprobe. Das Ergebnis: Blut und Stuhl sind einwandfrei. Eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten liegt nicht vor. Die Krankheit Zöliakie kann ausgeschlossen werden. Die Empfehlung: Jegliche Form von Fructose weglassen, um festzustellen, ob eine Fructose-Intoleranz vorliegt.

In der Zwischenzeit beginnen wir uns über das Thema Nahrungsmittel-Intoleranz einzulesen und beginnen ein Nahrungsmitteltagebuch zu führen, in dem wir Lebensmittel, geordnet nach Mahlzeiten (Frühstück, Snack, Mittagessen, Snack, Abendessen) eintragen und Informationen zu Bauchschmerzen und Stuhlgang protokollieren.

Fructose?

Parallel dazu folgen wir der Empfehlung und konzentrieren uns auf das Thema Fructose-Intoleranz. Wir schenken dem Gluten keine Beachtung mehr. Aus dem Speiseplan streichen wir alle zuckerhaltigen Lebensmittel.

Die Bauchschmerzen werden deutlich stärker!?

Gluten? Doch! Casein? Auch!

Anfang April erhalten wir das Ergebnis einer zweiten unabhängigen Blutuntersuchung über eine Ernährungsberaterin und Heilpraktikerin, bei der auf IgG 1-4 Antikörper getestet wird und verzögerte Nahrungsmittelallergien vom Typ III erkannt werden sollen. Das Ergebnis: die hohe Anzahl der Antikörpern deuten auf eine Lebensmittelunverträglichkeit gegenüber allen Gluten und Casein haltigen Lebensmittel hin. Zusätzlich sollen Eier, Mais diverse Bohnen und Nüsse für mindestens drei Monate vermieden werden.

Nachdem es Amelie deutlich schlechter geht, stellen wir den Speiseplan sofort auf das Ergebnis dieser zweiten Untersuchung um.

Gluten? Ja! Histamin? Ja!

Ende April erfahren wir von Bekannten, dass sie selbiges Problem bei deren Tochter mithilfe einer Bioresonanztherapie gelöst haben. Wir vereinbaren umgehend einen Termin beim diesem Heilpraktiker. Das Ergebnis: die Bioresonanz zeigt sowohl eine Reaktion auf Gluten, als auch auf Histamin. Empfehlung: auf Gluten weiterhin verzichten, vorübergehend auch auf Rohkost, damit sich der Darm weiter erholen kann und zusätzlich Histamin vermeiden.

Das auch noch!

Anfang Mai erwischt es unsere beiden Töchter dann mit einer tatsächlichen „Magen-Darm-Geschichte“. Die Jüngere Annabelle steckt dabei Amelie an und beide liegen ein paar Tage flach. Während sich Annabelle wieder schnell erholt, scheint sich Amelies Zustand nicht zu verbessern. Nachdem sie sehr viel schläft, drei Tage lang nicht isst und immer schwächer wird, fahren wir zur Sicherheit in die Kinderambulanz. Eine andere Option gibt es nicht, da wir Feiertag mit anschließendem Wochenende haben.
Die Ärztin stellt ein „Gluckern“ im Bauch fest, "... was auf viel Wasser und Luft hindeutet ... sonst ist aber alles in Ordnung... ." . Ein Déjà-écouté? Zum Thema monatelanger Bauchschmerzen meint sie nur, dass "...80% aller Kinder dieses Problem haben und man nichts dagegen tun kann..." !?

Amelie erholt sich in den nächsten Tagen wieder. Die Bauchschmerzen bleiben.

Funktionelle Bauchschmerzen? Ja!

Ende Mai suchen wir einen Arzt und Experten für pädiatrische Gastroenterologie auf und schildern ihm den Fall. Nach einer Untersuchung und der Durchsicht der vorhandenen Unterlagen, kommt er zu dem Ergebnis, dass funktionelle Bauchschmerzen vorliegen, ein sehr häufiges Krankheitsbild im Kindesalter, bei dem man trotz umfangreicher Untersuchungen keine organische Ursache finden kann. Bei funktionellen Bauchschmerzen wird vermutet (!), dass bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen das Nervensystem des Magen-Darm-Traktes empfindlicher ist und schon harmlose Reize zu heftigen Schmerzen führen können. Bei einigen Betroffenen wird diese verstärkte Schmerzempfindlichkeit im Anschluss an eine Magen-Darm-Infektion beobachtet und es wird diese Infektion als Auslöser für die funktionellen Bauchschmerzen vermutet. Dies scheint allerdings auf Vermutungen zu basieren.

Mein Verdacht, dass ein Zusammenhang mit der Ernährung vorliegt, wird als unwahrscheinlich abgetan. Allerdings räumt der Arzt ein, dass er zum Thema Ernährung über kaum Erfahrung und Wissen verfügt und dass wir unser aktuelles Vorgehen weiterführen sollen, wenn es hilft.

Was tun?

Bis Juni 2015 haben wir Kontakt zu insgesamt drei verschiedene Kinderärzten, zwei Heilpraktikern und einem auf Kinder spezialisierten Gastroenterologen. Wir haben Ergebnisse von Blutproben und Stuhluntersuchungen. Die Diagnosen und Ergebnisse könnten nicht unterschiedlicher aussehen:

  • Gluten- bzw. Gliadin-Intoleranz? Nein. Zöliakie wird ausgeschlossen.
  • Gluten- bzw. Gliadin-Intoleranz? Ja.
  • Verdacht auf Fructose-Intoleranz.
  • Casein-Intoleranz? Ja.
  • Histamin-Intoleranz? Ja.
  • Diverse Lebensmittel-Unverträglichkeiten? Ja.
  • Diagnose: Funktionelle Bauchschmerzen.

So unterschiedlich die Diagnosen ausfallen, so abwechslungsreich sehen auch die einzelnen Empfehlungen aus:

  • Vorübergehender Verzicht auf alle Gluten und Gliadin haltigen Lebensmittel, also nahezu alle Getreideformen.
  • Vorübergehender Verzicht auf alle zuckerhaltigen Lebensmittel, inkl. Fruchtzucker, wie er im Obst und manchem Gemüse vorkommt.
  • Vorübergehender Verzicht auf alle Lebensmittel, die Milch, Käse und Eier enthalten.
  • Vermeidung von Histamin ausschüttenden Nahrungsmitteln.
  • Vorübergehender Verzicht von Mais, diversen Bohnen, diversen Nüssen und diversen Hülsenfrüchten.
  • Weitermachen und Abwarten bis die funktionellen Bauchschmerzen vorbei sind.

Die Liste der zur Verfügung stehenden Lebensmittel wird immer kleiner und kleiner. Streichen wir alle bedenklichen Lebensmittel gemäß den Empfehlungen und Büchern, bleiben keine 25 Lebensmittel mehr übrig. Für einen Erwachsenen schon schwer umsetzbar, mit einem Kleinkind nahezu nicht machbar.

Unser Esstisch ist schrecklich anzusehen. Die eine Seite nutzen wir zum Essen, auf der anderen herrscht totales Chaos. Hier liegt das Tagebuch, diverse Bücher, die Lebensmittel-(Verbots-)Listen (bzgl. Fructose, Glucose, Sorbit und Histamin), die Ergebnisse der Blutanalysen, diverse Stifte und Textmarker zum Markieren der Inhaltsstoffe. Auf den Smartphones gibt es weitere Listen zum Thema Säure & Basen bildende Lebensmittel. Alles berücksichtigen zu wollen ist unmöglich.
Zum Glück ist der Tisch recht groß.

Weiteres Vorgehen

Dass Gluten und Casein für Amelie und die übrigen Familienmitglieder nicht besonders förderlich zu sein scheinen, ist uns inzwischen klar. Nach einigen Wochen Gluten- und Casein-freier Kost fühlen wir uns alle besser als vor der „Diät“.

Das per Papier geführte Lebensmitteljournal ist gut und ein erster Ansatz, hilft im Fall von Amelie aber nicht weiter, da es eine weitere Komponente zu geben scheint, die für die Bauchschmerzen verantwortlich ist. Anhand des bisherigen Journals kann man leider kein Muster erkennen, mit dem sich der „Übeltäter“ identifizieren lässt. Aktuell haben wir nur Vermutungen.

Für Amelie haben wir leider noch keine Lösung gefunden. Da die Empfehlungen der beiden Heilpraktiker und unsere privat beauftragte Blutuntersuchung die bisher größten Erfolge bringen, versuchen wir diese Empfehlungen so gut wie möglich umzusetzen. Parallel dazu arbeite ich an der Umsetzung des Projektes 'nahrungsmittel.guru', um eine Software gestützte und schnellere Lösung zu bekommen.

... Fortsetzung folgt ...

Armin Armin About

Armin Schmidt wurde 1970 geboren und ist Vater zweier Töchter. Er studierte 1998 Daten- und Informationstechnik an der Fachhochschule München mit dem Abschluss zum Diplom-Ingenieur (fh). Danach war er langjährig als freiberuflicher Berater u.a. für Unternehmen, wie Prüftechnik AG, Siemens AG, Daimler Benz AG und Marschollek, Lautenschläger & Partner AG tätig. 2005 folgte das Studium an der European Business School Oestrich Winkel zum Finanzökonom (ebs).

Unterstützung

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Jede Form ist willkommen:

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    Verbesserungsvorschläge, Lob, Kritik, Ideen, Fehler etc. sind immer gerne willkommen.

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    Die Listen (Lebensmittel, Mahlzeiten, Beschwerden) sind noch lange nicht vollständig. Wenn jemand weitergehende Daten zur Verfügung stellen kann, wäre dies hilfreich.

  •  
    Da das Projekt bis zum Ende 2015 mehrere Tausend Euro Entwicklungskosten verschlungen haben wird, sind Spenden willkommen.
 Danksagung

Vielen Dank an meinen Freund Joseph King (cognitek GmbH & Co. KG), der mir tatkräftig bei der Entwicklung hilft. Nur durch seine Hilfe konnte das Projekt soweit voran gebracht werden, dass es auch von anderen Betroffenen genutzt werden kann.

Change-Log
Datum Inhalt
Oktober
  • Verbesserung des Hostings
September
  • Lebensmittelliste erweitert (Reizdarm - FODMAP)
  • Ernährungstagebuch erweitert
August
  • Ratgeber
  • Auswertung (Beschwerden)
  • Beschwerdentagebuch
Juli
  • Ernährungstagebuch
  • Lebensmittelliste erweitert (Histamin & Säure-/Base)
Juni
  • Benutzerkonten
Mai
  • Lebensmittelliste sortier- & filterbar (Prototyp)