?  Was tun beim Verdacht einer Lebensmittelunverträglichkeit? Ratgeber

Protokollieren

Du vermutest eine Lebensmittelunverträglichkeit oder Lebensmittelallergie? Dann beginne ab sofort Journale (Tagebücher) zu führen und protokolliere sämtliche Nahrungsmittel und Getränke, die verzehrt werden. Notiere alle Beschwerden und alles was Dir nicht normal vorkommt. nahrungsmittel.guru bietet Dir die Möglichkeit, sämtliche Protokolle kostenlos, schnell und bequem online zu führen. Dadurch können auch andere Familienmitglieder die Protokolle führen und zusätzlich hast Du mehr Möglichkeiten für spätere Auswertungen. Außerdem bekommst Du durch das Beschwerdentagebuch ein Gefühl dafür, auf was Du achten solltest. Wenn Du dies alles nicht wünschst, findest Du alternativ bei den Journalen auch druckbare Formulare, die Du nutzen und nach Belieben umgestalten kannst.

Vorhaben besprechen

Bevor Du mit Änderungen des Speiseplans beginnst, solltest Du dies zunächst in Deiner Familie besprechen. Da Du zu Beginn einige Lebensmittel weglassen musst, solltest Du abklären, was Du vorhast und wie die restlichen Familienmitglieder damit umgehen. Essen alle dasselbe oder wird unterschiedlich gekocht und gegessen? Handelt es sich bei der betroffenen Person um einen Jugendlichen oder Erwachsenen, ist dies einfacher zu handhaben. Kleinen Kindern kann es hingegen schwer zu vermitteln sein, warum sie nicht das essen dürfen, was die anderen bekommen. Auch die Großeltern, Kinderkrippe, Kindergarten, Schule, Vereine etc. sollten informiert werden.

Speiseplan ändern

Du weißt nicht wie Du anfangen sollen? Überlege welche Nahrungsmittel Du häufig isst. Viel Milch, Käse und Joghurt etc.? Dann vermeide caseinhaltige Lebensmittel für einen gewissen Zeitraum und warte ab, was passiert. Gibt es viel Nudeln, Brot, Backwaren etc.? Dann fange an glutenhaltige Lebensmittel zu ersetzen. Auf der Seite Lebensmittelunverträglichkeiten kannst Du Dir einen knappen Überblick über die häufigsten Intoleranzen verschaffen.

In der folgenden Tabelle Lebensmittel ersetzen findest Du eine Übersicht, die Dir einen ersten Ansatz bietet, welche Lebensmittel wie ersetzt werden können. Die umfangreichere Lebensmittelliste gibt Dir weitere Hinweise.

Suche in Deinem Umfeld nach Bioläden und Reformhäusern. Auch dort bekommst Du erste Informationen darüber welche Lebensmittel wie ersetzt werden können. Du solltest dabei aber berücksichtigen, dass industriell hergestellte Lebensmittel (Sigel "Gluten frei", "Laktose frei" etc.) nicht unbedingt nährstoffreich und gesund sind und natürliches Gemüse und Obst nicht ersetzen können.

Der Anfang ist nicht leicht und in den ersten Wochen ist man sehr damit beschäftigt zu lernen, wo welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Gerade am Anfang wird man immer wieder feststellen, dass man doch wieder Lebensmittelinhaltsstoffe auf dem Teller hatte, die man eigentlich vermeiden wollte. Nicht verzweifeln, einfach weiter machen. Nach und nach gestaltet sich der Kühlschrank und die Speisekammer um und es wird damit automatisch einfacher. Zu Beginn ist es hilfreich viel selbst und wenig komplex (also mit nicht zu vielen Zutaten) zu kochen, da Du nur dann sicher sein kannst, welche Lebensmittel in den Mahlzeiten enthalten sind. Bei Fertiggerichten und Restaurants hat man normalerweise wenig bis gar keinen Überblick und sehr sehr viele Lebensmittelzusätze (egal wie harmlos sie sich anhören) führen zu einer Histamin-Ausschüttung und unter Umständen auch zu mehr oder weniger starken allergischen Reaktionen.

Zeichen beachten

Verbesserungen stellen sich normalerweise relativ schnell ein. Nach ein bis zwei Wochen, sollten erste Verbesserungen erkennbar sein. Dann könnte es sein, dass Du auf der richtigen Spur bist. Je nach stärke der Darmreizung, kann es auch etwas länger dauern.

Ändert sich nichts (mehr) und es bleiben noch Beschwerden, könnte das Problem ein anderes sein oder eine weitere Lebensmittelunverträglichkeit vorliegen. Teste einfach weiter auf eine andere Intoleranz, indem Die wieder Änderungen am Speiseplan vornimmst und protokolliere weiter. Achte aber auf nährstoffreiche Mahlzeiten damit es es zu keinen Mangelerscheinungen kommt. Einen groben qualitativen1 (nicht quantitativen) Anhaltspunkt über die aufgenommenen Nährstoffe gibt Dir die Nährstoff-Auswertung (vorausgesetzt Du führst Dein Nahrungsmitteltagebuch hier online.)

Die Suche nach Unverträglichkeiten gleicht einem Detektiv-Spiel, ist nicht ganz trivial und benötigt etwas Zeit. Dabei hilft Dir aber die Auswertung.

Informationen sammeln

Nutze die Zeit und informiere Dich weiter zum Thema Ernährung. Beachte aber, dass es unterschiedliche und teilweise gegensätzliche Standpunkte gibt. Du solltest Dir deshalb Deine eigene Meinung bilden und anhand der Zustandsverbesserung bzw. Verschlechterung Entscheidungen treffen. In der folgenden Tabelle Weiterführendes findest Du ein paar Interessante Links.

Weitere Informationen findest Du auch auf Facebook.

Lebensmittel ersetzen

Hier findest Du eine knappe Übersicht, wie häufige Nahrungsmittel ersetzt werden können.
Mehr findest Du unter der Lebensmittelliste.

Getreide
(glutenhaltig)
> Amarant
Hirse
Mais
Quinoa
Reis
Milch
(caseinhaltig)
> Hanf-Milch
Mandel-Milch
(Soja-Milch)
Reis-Milch
(Haushalts-) Zucker
Agavendicksaft
Ahornsirup
Honig
> Dextrose
Birkenblüten-Zucker (Xylit)
Kokosblüten-Zucker
Generell sollte Zucker, egal in welcher Form, so gut wie möglich reduziert werden.